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Sind Insulinpumpen durch Manipulationen gefährlich? Die AGDT bezieht Stellung.

Anfang August wurde ein Artikel im Internet veröffentlicht, in dem die Insulinpumpe als tödliche Waffe dargestellt wurde. Zwei Beiräte der AGDT äußern sich zu dieser Behauptung.

Im Artikel auf der Seite www.golem.de/1108/85527.html wird beschrieben, dass der Sicherheitsexperte, Jerome Radcliffe, per Funk die Möglichkeit hat, auf die medizinischen Geräte der Diabetiker zuzugreifen und diese zu manipulieren. Der Worst-Case wird hier mit einer tödlichen Überdosis beschrieben. Das Sicherheitsrisiko liegt dabei an einer unverschlüsselten Frequenz, über die Sensor und Pumpe arbeiten.

Das Beiratsmitglied der AGDT, Dr. Andreas Thomas, äußert sich zu diesen Aussagen. Überall wo Software zum Einsatz kommt, besteht immer das Risiko der Manipulation. Eine lebensbedrohliche Gefährdung durch die Manipulation von Insulinpumpen kann er jedoch nicht nachvollziehen. „Soweit ich das von allen Produkten beurteilen kann, wird über einen bestimmten Code kommuniziert. Bei der Paradigm beispielsweise ist es eine Funkschnittstelle. Die Funkfrequenz ist gleich, aber sie wird moduliert, entsprechend eines individuellen Codes. Damit wird verhindert, dass z.B. zwei nebeneinander stehende Personen sich beeinflussen können. Es geht also nicht besonders einfach und ist für unerfahrene Leute praktisch unmöglich.“ Eine unabsichtliche Manipulation wird damit von Dr. Thomas ausgeschlossen. Eine bewusste Manipulation, kann zwar durchaus stattfinden, macht die Insulinpumpe aber nicht sofort zu einer tödlichen Waffe. Findet tatsächlich eine bewusste Manipulation statt, kann maximal eine ganze Ampulle abgegeben werden, die hat dann eine schwere Hypoglykämie zur Folge. Doch dieser ist der Patient nicht vollkommen hilflos ausgeliefert. Diabetiker werden im Umgang mit einer solchen Hypoglykämie geschult und reagieren in solchen Situationen besonnen und können sich selbst helfen. Dr. Thomas ist kein Fall bekannt, in dem ein Diabetiker durch die Abgabe einer kompletten Ampulle zu Schaden kam.

Dr. Dr. W. Quester hat zu diesem Thema ein Interview gegeben, dieses wurde auf der Webseite www.diabetes-ratgeber.net veröffentlicht und kann im untenstehenden PDF nachgelesen werden.

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